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Wie sich ein radioaktives Wannenbad in Bad Gastein anfühlt

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Schon mal ein radioaktives Bad genommen? Nein, ich spinne nicht. Radioaktivität soll in geringen Dosen das Immunsystem stärken und die Zelltätigkeit ankurbeln.

Deshalb bin ich am Osterwochenende in Bad Gastein im Hotel Miramonte in eine radioaktive Badewanne gestiegen.

Diese Behandlung steht zwar nicht auf dem Spa-Menü, doch meine Freunde sind nach ihrem Badeerlebnis so tiefenentspannt, dass mir eine Nachfrage durchaus lohnenswert vorkommt.

Bad Gastein, ein österreichischer Kurort, ist für seinen Heilstollen bekannt, aber von einem radioaktiven Wannengang hatte ich in diesem Zusammenhang bislang noch nichts gehört.

Bevor ich mich dem Experiment aussetze, checke ich natürlich erstmal die Fakten, denn ein bisschen mulmig ist mir schon – und dass Kinder im Heilstollen nicht zugelassen sind, macht mich stutzig.

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Radon ist ein radioaktives geruchsneutrales Gas, das durch den Zerfall von Uran entsteht.


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In geringen Dosen soll es die Reparaturfunktion der Zellen ankurbeln und besonders Linderung bei chronischen Schmerzen, Rheuma, Hautkrankheiten und Asthma versprechen.


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Beim Bad gelangt die Strahlung über die Haut in den Körper und kann über das Badewasser eingeatmet werden. Radon selbst bleibt nicht im Körper, sondern zerfällt in kurzlebige Folgeprodukte, die sich zum Teil im Fettgewebe festsetzen. 50% sollen innerhalb von 20 bis 30 Minuten wieder vom Körper abgebaut werden. 


Klingt somit für mich völlig harmlos und doable. Ich mache einen Termin für die 30-minütige Session und werde pünktlich um 4 Uhr in einen eher zellenartigen Badewannenraum gebeten.

Die begehbare Wanne ist bis zum Treppenrand mit warmen Wasser gefüllt. Man fühlt sich eingeengt, aber was soll's, für den aufregenden Selbstversuch und die Entspannung kann ich das kurz ausblenden. Ich lege meinen Bademantel ab und darf mir ein Glas Wasser mit ans Becken nehmen.

Mein iPhone habe ich auch dabei – weniger, um den Moment zu dokumentieren, sondern mehr aus Angst vor Langeweile und um eventuell ein bisschen Musik zu hören. Das Wasser ist sehr angenehm, ich sinke ab und warte auf das Wunder.

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Spa im Miramonte Hotel in Bad Gastein

Fazit: Ja, es ist schon nett und entspannend – aber im Endeffekt auch nur ein warmes Bad.

Die 30 Minuten vergehen schnell. Auch auf das Smartphone konnte ich verzichten, da mir die Heiligkeit des Moments dann doch zu großartig erschien und ich ihn nicht mit Banalität verschwenden wollte.

Ich soll mich noch für eine Stunde ausruhen, was mir nicht gelingt. Es passiert nämlich nichts – und ich entscheide mich, doch noch eine Runde in die Sauna zu gehen.

Einen spürbaren Effekt kann ich bisher nicht benennen – Spaß gemacht hat es aber. Man sollte das Prozedere wohl doch etwas ausweiten und einige Male wiederholen. Mehr Geduld mitbringen schadet sicherlich auch nicht.