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Pro-Ageing: Welche Treatments für reife Haut wirklich helfen

Autor*in

Saskia Gerhard

Ily Magazine Samantha

Seit es die Menschen gibt, altern sie. Eigentlich müssten sie sich inzwischen daran gewöhnt und damit abgefunden haben, aber nein. Die Sehnsucht danach, möglichst lange frisch auszusehen, hat nicht nachgelassen. Und wenn man sich anschaut, wie lange das schon so geht, dann ist kein Ende in Sicht.


Es gibt sogar überlieferte Rezepte für reife Haut aus dem alten Ägypten: Damals schmierten sich die Menschen einen Mix aus Milch, Weihrauch, Wachs, Olivenöl und Zypergräsern aufs Gesicht. Der musste dann sechs Tage einwirken.

Ob diese Langzeitmaske geholfen hat, ist nicht bekannt. Heute sind die Behandlungen meist nicht mehr ganz so zeitaufwändig. Dafür sind einige Wirkstoffe und Treatments dazugekommen – und bei der Fülle an Möglichkeiten fragt man sich: Wenn die alle wirklich wirken, warum hat überhaupt noch jemand Falten?

Denn darauf zielen die meisten Cremes, Masken und Beauty-Behandlungen ja ab: Falten reduzieren. Was davon reife Haut tatsächlich braucht, das scheint eher zweitrangig zu sein. Fragen wir uns also: Was hilft der Haut wirklich, was kann man sich auch sparen und was sollte man sogar lassen?

Starten wir mit dem Klassiker, der zugleich in der Anwendung am unkompliziertesten ist: Cremes für reife Haut, meist steht irgendwo auf der Verpackung auch irgendwas Richtung „Anti-Falten“. Wir lehnen uns wahrscheinlich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn wir sagen, dass es Tausende Sorten gibt. Möglicherweise ist das sogar noch untertrieben. 

„Würden Cremes wirklich „das Hautbild sichtbar verjüngen“ oder „die Haut in ihren tiefen Schichten mit Nährstoffen versorgen“ würden sie den Körper in einer Weise beeinflussen, wie es nur Medikamente dürfen. Da hätte man es dann schnell mit rezeptpflichtigen Mitteln zu tun."

Wir könnten an dieser Stelle die einzelnen Wirkstoffe wie Retinol, Q10 oder Hyaluronsäure auseinanderpflücken, aber am Ende ließe sich immer nur die gleiche, zugegebenermaßen recht unbefriedigende Schlussfolgerung wiederholen: Kann man schon benutzen, aber besser keine Wunder erwarten.

Unabhängige Untersuchungen ergeben immer wieder, dass diese Cremes eigentlich nichts bewirken. Ähnlich sieht es bei Masken aus. Keine beseitigt Alterszeichen, die schon da sind. Und das ist auch richtig so, denn anderenfalls dürften sie gar nicht so unbedarft im Drogerie-Regal herumliegen.

Würden diese Cremes wirklich „das Hautbild sichtbar verjüngen“ oder „die Haut in ihren tiefen Schichten mit Nährstoffen versorgen“ würden sie den Körper in einer Weise beeinflussen, wie es nur Medikamente dürfen. Da hätte man es dann schnell mit rezeptpflichtigen Mitteln zu tun.

Welchen Effekt sie maximal haben: Sie führen der Haut kurzfristig Feuchtigkeit zu. Sie fühlt sich dadurch weicher an und sieht praller aus. Das ist kein anhaltender Effekt, aber ein wohltuender. Feuchtigkeitspflege für reife Haut ist grundsätzlich sinnvoll. Denn je älter die Haut wird, desto weniger ist sie in der Lage, sich selbst feucht zu halten. Ihr Wasser- und Fettgehalt sinkt. Dagegen kann man ancremen.

Dass Haut reifer wird, ist ein natürlich bedingter Prozess. Ab 25 setzt sich die Alterung langsam in Gang, so um die 40 zeigen sich spätestens die ersten Zeichen. Die Haut kann sich immer schlechter selbst heilen, ist schlechter durchblutet. Das hat zur Folge, dass weniger Nährstoffe und Sauerstoff zu ihr gelangen und zugleich weniger Abfall abtransportiert wird.

Das nimmt der Haut ihre Spannkraft. Dies wird noch befeuert, indem sich verhärtetes Bindegewebe bildet. Weil außerdem die Talg-Drüsen weniger aktiv sind, leidet der Säureschutzmantel, was die Haut wiederum empfindlicher für Einflüsse von außen macht.

Ein Weg, um die Zeichen der Hautalterung anzugreifen, ist drastisch, aber auch effektiv: Chemische Peelings, vor allem mit Säure. Die Mittel tragen die Hautschichten ab, das kann bei der Epidermis, also der äußeren Hautschicht, anfangen. In die Tiefe gibt es kaum Grenzen. Man sollte sich aber eine Weile keine Termine machen, wenn das Peeling auch in den tieferen Hautschichten wirken soll. Nach mitteltiefen Peelings braucht die Haut ungefähr eine Woche, nach tieferen Behandlungen sogar bis zu eineinhalb Monate, um sich zu erholen. Nach oberflächlichen Anwendungen erholt sich die Haut bereits direkt im Anschluss.

Kleine Fältchen und Altersflecken kann man so loswerden. Angenehm ist das aber nicht. Für die sehr tiefen Peelings muss man sich sogar in Vollnarkose legen lassen. In jedem Fall sind die Behandlungen was für Fachleute und nichts für zuhause vor dem Badezimmerspiegel.

Dermatolog*innen empfehlen die Peelings gegen verschiedene Hautprobleme. Anschließend soll die Haut gesünder und straffer aussehen. Wichtig ist, danach nicht mit UV-Schutz zu sparen, denn die junge Haut, die jetzt nachkommt, ist Sonneneinstrahlung noch nicht gewöhnt. Wer viele und tiefe Falten, Tränensäcke und Verdickungen in der Haut hat, für den ist das Peeling möglicherweise der falsche Weg.

Eine Lasertherapie könnte dann schon eher helfen. Dafür wird ein Laser auf die Haut gerichtet, der das Wasser in den oberen Hautschichten verdampfen lässt und sie dadurch ablöst. Die Haut bildet dann frische Schichten nach. Der Laser verletzt außerdem die tieferen Hautschichten, was dazu führt, dass Bindegewebe nachgebildet wird. Dies hat den Effekt, dass langfristig die Haut gestrafft wird. Tiefere Falten, aber auch Narben sollen so gemildert werden.

Ily Magazine Needeling

Eine sanftere Methode ist das Microneedling. Üblicherweise wird mit einem kleinen mit Nadeln besetzten Roller über die Haut gefahren. Die Nadeln verursachen sehr kleine Verletzungen in der Haut, anschließend kommt ein Serum oben drauf. Der gewünschte Effekt: Auch hier soll der Körper die Verletzungen kompensieren und mit strafferem Gewebe nachfüllen. Es kommt allerdings auch manchmal zu Einblutungen oder gar zu Narben.

Lieber ein Treatment ausprobieren, durch das sich die Haut nicht ablösen muss oder zerstochen wird? Derzeit formt sich eine Bewegung, die sich dem „Yotox“ verschrieben hat. Dabei geht es quasi um Gesichtsyoga. Mit Grimassen und Training der Gesichtsmuskeln soll die Haut gestrafft werden und die Mimik frischer aussehen. Der Gedanke: Wenn die Gesichtsmuskeln gestärkt werden, gewinnen sie an Volumen und spannen die Haut automatisch über sich. Expert*innen sind sich allerdings uneinig, ob das was bringt. Die Studienlage gibt ebenfalls keine Beweise her.

Sound on:

Wer den Status Quo erhalten möchte, sollte dafür sorgen, dass die Haut stets ausreichend geschützt ist vor UV-Strahlung. Das hat nicht nur gesundheitliche Vorteile wie den Schutz etwa vor Hautkrebs – Expert*innen sind sich auch einig, dass sie die Hauptursache ist für Hautalterung neben dem Lebensstil: Auch Alkoholkonsum und Rauchen wirken sich nachteilig aufs Hautbild aus.

Was die Sonne mit der Haut macht, wird auch Photoageing genannt – Lichtalterung. Die Folgen sind tiefe Falten in der Haut, sie wird außerdem ledriger und nimmt eine gelblich-bräunliche Farbe an, jedoch eher fleckig statt gleichmäßig. Wer helle Haut hat, ist zwar besonders sonnenempfindlich, Lichtalterung betrifft aber alle Hauttypen. Schäden lassen sich nicht so einfach wieder umkehren, deshalb lieber vorbeugen – am besten indem man intensive Sonne meidet und sich gut mit Sonnenschutz eincremt.

Die Produkte sollten gegen UV-A- und UV-B-Strahlung schützen. Die Lichtschutzfaktor kann gar nicht hoch genug sein – je höher, desto länger hält die Haut es in der Sonne aus ohne zu verbrennen.

Wer es dann noch schafft, Stress zu vermeiden und sich ausgewogen zu ernähren, ist auf einem guten Weg, um die Haut frisch und gesund zu halten.

An den eigenen Eltern muss man sich übrigens nicht unbedingt orientieren. Die Gene haben zwar auch Einfluss darauf, wie es unserer Haut geht, je reifer sie wird. Dieser Beitrag scheint aber sehr klein zu sein. Wahrscheinlich beeinflusst das Erbgut nur zu 20 bis 30 Prozent den Zustand unserer Haut.