Warenkorb (undefined)

Zur Kasse

Wie sehen wir aus, wenn wir unsichtbar sind? Make-up Artist Mariko im Interview

Mariko I Love You1
Dress CHIKA KISADA, stockings KIWANDA, shoes stylist’s own

„The quality that we call beauty, however, must always grow from the realities of life, and our ancestors, forced to live in dark rooms, presently came to discover beauty in shadows, ultimately to guide shadows towards beauty’s ends”, schreibt Jun'ichirō Tanizaki in „In Praise of Shadows“. Für Mariko bringt der Essay die Essenz von Beauty auf den Punkt.


„Es hat mich sehr inspiriert und mein Denken über die Bedeutung von Schönheit verändert“, sagt die in Tokio lebende Make-up Artist. Sie arbeitet mit Gegensätzen und Licht, schafft Illusionen und macht aus Gesichtern Konzepte. Warum der Charakter für ihre Arbeit ausgeblendet werden darf und wie „Nothing in the space“ mit Make-up funktioniert, erklärt Mariko im I LOVE YOU Q&A.

Mariko I Love You2

Wie sieht deine Herangehensweise an Make-up aus? Ich starte immer mit einer einfachen Idee. Dieses Mal hat habe ich mich von der Art und Weise inspirieren lassen, wie sich Menschen für einen Stil entscheiden. Make-up wird jedoch oft von Faktoren wie Gesichtszügen, Jahreszeiten oder Farben abhängig gemacht. Mich interessiert, wie ich ein Konzept direkt auf einem Gesicht kreieren kann.

Mariko I Love You4
Mariko I Love You5

Dress & Coat MISTER IT

Wie hat das in dieser Strecke funktioniert? Die Looks haben mich dazu inspiriert, mit dem Sichtbaren und dem zu spielen. Genau da habe ich angesetzt. Gleichzeitig wollte ich mit reflektierenden und lichtschluckenden Materialien sowie einer Camouflage-Technik ein Konzept aus Gegensätzen kreieren – sichtbar, aber non-existent und unsichtbar, aber existent.

Mir gefällt, dass auch der Charakter verschwindet, wenn das Gesicht des Models bedeckt ist – und so ausschließlich das Konzept der Designs widergespiegelt wird.

Mit welchen Produkten hast du dafür gearbeitet? Ich habe mit einem lichtreflektierendem Puder für Haare und Gesicht, einem schwarzen Samttuch, einer Palette von Make Up For Ever und einem Bijou gearbeitet, das ich in London gekauft habe.

Mit dem Samttuch, das das Licht schluckt, kreiere ich zum Beispiel eine Art „Nothing in the space“-Effekt – ich habe es so drapiert, dass es als Loch im Gesicht wahrgenommen werden kann und mit dem reflektierenden Puder akzentuiert, um einen Gegensatz zu schaffen. Ich wollte, dass die visuelle Kommunikation nach dem Prinzip einer Assoziationskette funktioniert.

Haben Make-up-Looks überhaupt das Potential, zu empowern? In meinem Fall beziehe ich mich auf die Arbeit an den Models: Make-up hat keine klaren Regeln, weshalb ich in der Lage dazu bin, jede Menge vermeintlicher Standards in Frage zu stellen – diese Faktoren empowern mich am meisten.

Mariko I Love You23
Mariko I Love You23
Mariko I Love You23

Jacket YUKI HASHIMOTO, shirt worn underneath and pants KENZO from YAIYA, shoes and socks stylist’s own

Mariko I Love You14
Mariko I Love You15

Jacket YUKI HASHIMOTO, shirt worn underneath and pants KENZO from YAIYA, shoes and socks stylist’s own

Mariko I Love You3
Dress CHIKA KISASDA

Photographer: Yudai Kusano

Art Director and Stylist: Ai Takahashi

Make-up Artist: Mariko

Hair Stylist: Rena Kobahyashi

Models: Saya Bellamy and Ivan Montero