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She Who: Treffen wir bessere Entscheidungen, wenn wir die Perspektive ändern?

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Mantel TENDER PERSON, shoes stylist’s own

Unsere Erwartungshaltung ist das emotionale Gepäck, das wir ungerne ablegen.

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T-Shirt mit Schal COLLINA STRADA, Leggings TENDER PERSON, Shorts & Schuhe Stylist’s Own.

Manchmal tragen wir sie als Statement vor uns her, doch meistens halten wir uns an ihr fest. Sie ist keine Last, sondern das Geländer, an dem wir uns entlang hangeln, sobald wir eine Entscheidung treffen sollen. Vor allem, wenn wir uns vornehmen, möglichst effizient zu entscheiden.

Dann ändert unser Gegenüber die Perspektive – und damit alles.

In der Fachsprache wird das noncomplementary behavior genannt. Normalerweise spiegeln wir uns mit unserem Verhalten gegenseitig. „Wenn ich wahnsinnig nett zu dir bin und du kalt und unfreundlich bleibst, versuche ich, das Eis zu brechen. Vielleicht lege ich auch dieselbe Kälte an den Tag, weil du unfreundlich zu mir bist. Oder wir beenden die Interaktion einfach“, erklärt Chris Hopwood, Professor an der Michigan State University, dazu im NPR-Podcast „Invisibilia“

Die Folge „Flip The Script“ zeigt die Konsequenzen, die entstehen, wenn wir gegen diesen Spiegel-Instinkt handeln. Vieles kann sich verändern, weil wir anders agieren als erwartet. Nicht irgendwie, sondern positiv. Die „Invisibilia“-Beispiele fallen dementsprechend groß aus: Gandhi, Freund*innen, die den Einbrecher mit der Waffe auf ein Glas Wein einladen und das dann auch mit ihm trinken, bis am Ende alle unbehelligt nach Hause gehen. Ehrlicher daten soll so auch funktionieren. Was zu gut klingt, um wahr zu sein, ist oftmals eine Folge der 180-Grad-Wende, die die Perspektive für beide Seiten ändert. Was das für die Entscheidungsfindung an sich heißt?

Einmal um 180 Grad wenden, bitte.
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Blumen-Trenchcoat FOMME von GIGINA, Unterkleid SCOTT JAMES MARSH, Petticoat & Schuhe Stylist’s Own.
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Top MARYAN NASSIR ZADEH, Hose TENDER PERSON, Schuhe Stylist’s Own.

Es lohnt sich, sich umzuschauen: Die Arbeit mit und an der Perspektive steht im Zentrum der Arbeit des niederländischen Künstlers M. C. Escher, der sich mathematischen Themen durch optische Täuschungen und unmögliche Figuren – also geometrische Objekte, die so nicht existieren können – annähert. Einige von ihnen fanden sich auf Shirts, Hosen und Hoodies der Spring/Summer-17-Kollektion von Supreme.

In seiner Lithografie „Relativität“ kreiert Escher eine Welt mit mehreren Quellen der Schwerkraft, die teils normalen physikalischen Gesetzen folgen, teils surreal wirken und sind. Treppen werden in derselben Richtung hinauf- und hinabgestiegen – oder gleich kopfüber betreten. Zumindest für die Betrachter*innen. Aus der Sicht der oder des Treppensteigenden wirkt nämlich alles so wie immer. Was nicht funktionieren kann, wird erst bei näherem Hinsehen deutlich. Und was besonders unwirklich scheint, sind gerne Elemente, die in der echten Welt dann doch möglich sind. 

Die Perspektive zu ändern ist kein Pauschalrezept für ein Happy End. Entscheidungen werden keineswegs auf einmal leichter. Viel mehr geht es darum, zu sortieren, was unmöglich aussieht und tatsächlich unmöglich ist. Bei der Entscheidungsfindung könnte man dann auf mehrere Schwerkraftquellen oder die ehrlichste Liebe (ob in Form eines Menschens, Buches oder Eyeliners) treffen – und genau deshalb wieder alles über den Haufen werfen. Effizient ist das nicht. Hat aber auch niemand behauptet.

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Top MYRIAM NASSIR ZADEH, Hose TENDER PERSON, Painting by SAYA BELLAMY.
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Kleid YUKI FUISAWA von GIGINA, Strumpfhose & Schuhe Stylist’s Own.

Photographer: Yudai Kusano
Stylist: Ai Takahashi

Make-up Artist: Mariko

Hair Stylist: Rena Kobayashi

Model: Saya Bellamy