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It's easy, just drink... Blei? Ein historischer Beauty-Guide, der uns wahrscheinlich alle umgebracht hätte

Autor*in

Kelly Niesen

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Lange vor der Erfindung des Begriffs Superfood setzten die, die es sich leisten konnten, auf Inhaltsstoffe, von denen sie sich versprachen, durch und durch schöner und besser zu werden.


Der Haken? Heute wissen wir, dass die meisten von ihnen lebensgefährlich sind. Don't try this at home:

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1. Blei als Brightening Powder

Bereits seit der Antike wird Blei in der Kosmetik genutzt. Im 18.Jahrhundert puderten sich Frauen und Männer damit das Gesicht, um die beliebte noble Blässe zu erzielen und, zumindest oberflächlich, ein ebenmäßigeres Hautbild zu schaffen. Besonders beliebt war das sogenannte Venetian Ceruse, eine Mixtur aus Essig und weißem Blei.


Zu den Nebenwirkungen dieser Schönheitsbehandlung gehörten starker Haarausfall, erhebliche Hautschäden, Augen- und Zahnfleischentzündungen und in vereinzelten Fällen sogar der Tod. Not-so-fun-Fact: Blei ist auch heute noch in einigen Kosmetikprodukten zu finden.


2. Arsen als Hautaufheller

Im 19. Jahrhundert vertrieb „Dr. MacKenzie“ nach eigenen Angaben „harmlose“ arsenhaltige Pillen, die Frauen und Männern eine „unfassbar“ schöne Haut versprachen. Das giftige Halbmetall sollte die roten Blutkörperchen zerstören und so dafür sorgen, dass das Hautbild blasser – ein Zeichen von Wohlstand – ebenmäßiger und reiner wird.


Dass dieser Inhaltsstoff allerdings höchst gesundheitsschädigend ist, zeigten zwei Fälle in den USA: eine Frau erblindete, während eine andere an einer Überdosis der „Schönheitstabletten“ starb. Produkte mit Arsen wurden bis in die 1920er Jahre verkauft.

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3. Belladonna zur Erweiterung der Pupillen

In der italienischen Renaissance sollen Frauen die medizinische Pflanze Belladonna, auch Teufelskirsche genannt, als Augentropfen benutzt haben. Ein paar Tröpfchen dieses giftigen Gewächses führten zur Erweiterung der Pupillen. Das passiert übrigens auch im Falle der körperlichen Erregung, gilt und galt also als attraktiv und verführerisch.


Der regelmäßige Gebrauch von Belladonna – übrigens italienisch für schöne Frau, isn’t it ironic? – verursachte jedoch Herzrasen und Sehstörungen bis hin zur dauerhaften Erblindung.

4. Schwarze Zähne als Statussymbol

Ohaguro
nennt sich ein uraltes japanische Beauty-Treatment, bei dem man sich die Zähne bewusst schwarz färbt – ein Symbol von Luxus, das gleichzeitig auch eheliche Unterwerfung und Treue zeigen sollte.


Hergestellt wurde das Färbemittel aus einem fermentierten Eisenacetat-Gebräu, das sogenannte Kanemizu, das vorwiegend von Frauen mithilfe von kleinen Zahnstochern aus Bambus oder Pinseln aus Federn aufgetragen wurde. Das Resultat: faule, kaputte Zähne und definitiv kein frischer Atem.

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1890 Ammett 800x0 C Default
1918 Radior
1917 Creme Activa
1922 Kemolite Treatment

5. Radiumtreatments für mehr Energie



Das klingt erstmal wie ein schlechter Scherz. Dennoch: 1918 erscheint im New York Tribune eine Art Advertorial über die „unglaublichen“ Fähigkeiten von Radium für Haut und Wohlbefinden. Die Strahlen sollten demnach belebend sein, Energie verleihen und werden „vom menschlichen System so harmonisch aufgenommen wie Sonnenstrahlen für Pflanzen“.


Doch es geht noch weiter: Eine Beautymarke macht sich diese „positiven“ Eigenschaften zu Nutze und bringt „Radior“ Toilet Requisites auf den Markt – eine gesamte Kosmetiklinie, die auch garantiert 20 Jahre lang ihre Radioaktivität bewahrt. Sprachlos? Nachvollziehbar.

Arsenic Complexion Wafers Smaller
Weird Vintage Photos Ice Cubs Womans Face
1944 Caria

6. Röntgenstrahlen zur Haarentfernung

Rasieren, Epilieren und Waxing haben eins gemeinsam: Auf Dauer wird’s anstrengend. Als im späten 19. Jahrhundert die Röntgenstrahlen entdeckt wurden, testete man die Methode direkt zur Entfernung von unerwünschter Körperbehaarung. Angeblich wurden einige Patienten den Strahlen bis zu 20 Stunden ausgesetzt.


Das war nicht nur anstrengend, sondern vor allem hochgradig gefährlich. Die Haare wurden natürlich weniger, aber Hautverdickung, Atrophie, Geschwüre und später auch Krebs waren die Folgen.


7. Smaragdgrün: Die tödliche Farbe

Herrscherin Eugénie von Frankreich – Fashion-Influencerin ihrer Zeit – trug 1863 zur Opéra de Paris ein so pompöses Gewand, dass allen der Atem stockte: ihr Samtkleid schimmerte smaragdgrün. Die Farbe war Faszination und Skandal zugleich, denn sie galt als tödlich. Für ihre Herstellung mischte die Färberei Kupfer mit arsenhaltigen Pigmenten, die toxisch waren. Atmete man diese Pigmente ein, führte dies zum Tod.